Phishing erkennen – So schützen Sie sich vor gefälschten E-Mails und Internetseiten
Sie erhalten eine E-Mail von Ihrer Bank, von DHL, PayPal oder Amazon. Darin werden Sie aufgefordert, sich einzuloggen, Ihre Daten zu bestätigen oder eine Rechnung zu bezahlen. Alles sieht täuschend echt aus – doch tatsächlich steckt ein Betrugsversuch dahinter.
Diese Form des Internetbetrugs nennt sich Phishing. Ziel der Täter ist es, an Passwörter, Bankdaten oder andere persönliche Informationen zu gelangen. Die Methoden werden dabei immer professioneller und sind oft nur schwer zu erkennen.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, was Phishing ist, wie Betrüger vorgehen, woran Sie gefälschte E-Mails und Webseiten erkennen und wie Sie sich wirksam schützen können.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Phishing dient dem Diebstahl persönlicher Daten.
- Betrüger geben sich häufig als bekannte Unternehmen aus.
- Gefälschte E-Mails und Webseiten wirken oft täuschend echt.
- Schon ein Klick auf den falschen Link kann gefährlich werden.
- Mit etwas Aufmerksamkeit lassen sich viele Angriffe erkennen.
Was ist Phishing?
Phishing ist eine Betrugsmasche, bei der Kriminelle versuchen, persönliche Informationen wie Passwörter, Kreditkartendaten oder Online-Banking-Zugangsdaten zu stehlen.
Dafür verschicken sie gefälschte E-Mails, SMS oder Nachrichten über Messenger-Dienste. Oft führen enthaltene Links auf täuschend echt nachgebaute Internetseiten, auf denen die Opfer ihre Zugangsdaten selbst eingeben.
Beim Phishing hacken die Täter Ihren Computer meist nicht direkt. Stattdessen versuchen sie, Sie dazu zu bringen, Ihre persönlichen Daten freiwillig preiszugeben.
Was möchten Betrüger erreichen?
Je nach Angriff verfolgen Kriminelle unterschiedliche Ziele.
- Passwörter für E-Mail-Konten stehlen.
- Zugangsdaten zum Online-Banking abgreifen.
- Kreditkartendaten erhalten.
- Apple-ID- oder Microsoft-Konten übernehmen.
- Schadsoftware auf dem Computer installieren.
- Persönliche Daten für Identitätsdiebstahl nutzen.
Viele Betroffene berichten mir, dass sie zunächst keinerlei Verdacht hatten. Die E-Mails wirkten professionell gestaltet, enthielten Logos bekannter Unternehmen und vermittelten den Eindruck, schnell handeln zu müssen.
Welche Phishing-Methoden gibt es?
Phishing findet heute längst nicht mehr nur per E-Mail statt.
Klassische Phishing-E-Mails
Die bekannteste Methode sind gefälschte E-Mails von Banken, Paketdiensten, Streaming-Anbietern oder Online-Shops. Meist enthalten sie einen Link zu einer gefälschten Internetseite.
SMS-Phishing (Smishing)
Immer häufiger versenden Betrüger SMS mit angeblichen Paketbenachrichtigungen oder Sicherheitswarnungen. Auch hier führen die Links auf betrügerische Webseiten.
Telefon-Phishing (Vishing)
Beim sogenannten Vishing rufen Betrüger direkt an. Sie geben sich beispielsweise als Mitarbeiter Ihrer Bank oder von Microsoft aus und versuchen, persönliche Daten oder Fernzugriff auf Ihren Computer zu erhalten.
➜ Fake-Microsoft-Anruf – So erkennen Sie den Betrug
Messenger-Phishing
Auch über WhatsApp oder andere Messenger erhalten viele Menschen inzwischen gefälschte Nachrichten mit Links oder angeblichen Gewinnspielen.
Kriminelle kombinieren häufig mehrere Methoden miteinander. Beispielsweise erhalten Sie zunächst eine Phishing-E-Mail und anschließend einen Anruf, um zusätzlichen Druck aufzubauen.
Woran erkennen Sie Phishing?
Moderne Phishing-Nachrichten wirken oft erstaunlich professionell. Dennoch gibt es einige typische Warnzeichen.
- Es wird großer Zeitdruck aufgebaut.
- Sie sollen Ihr Passwort sofort ändern.
- Konten werden angeblich gesperrt.
- Es wird mit Mahnungen oder Gebühren gedroht.
- Links führen auf ungewöhnliche Internetadressen.
- Sie werden zur Eingabe persönlicher Daten aufgefordert.
- Die Anrede ist unpersönlich, beispielsweise „Sehr geehrter Kunde“.
Klicken Sie niemals direkt auf Links in verdächtigen Nachrichten. Öffnen Sie stattdessen die Internetseite des Unternehmens selbst über Ihren Browser oder Ihre gespeicherten Favoriten.
Typische Beispiele für Phishing
Die Inhalte von Phishing-Nachrichten ändern sich ständig. Dennoch ähneln sich viele Betrugsversuche.
Angebliche Paketbenachrichtigung
Sie erhalten eine Nachricht mit dem Hinweis, dass ein Paket nicht zugestellt werden konnte. Um einen neuen Liefertermin zu vereinbaren, sollen Sie auf einen Link klicken. Tatsächlich gelangen Sie auf eine gefälschte Internetseite.
Bank fordert Sicherheitsprüfung
In der E-Mail heißt es, Ihr Online-Banking müsse aus Sicherheitsgründen bestätigt werden. Nach dem Klick werden Benutzername, Passwort und teilweise sogar TANs abgefragt.
Microsoft oder Apple warnt vor einem Problem
Angeblich wurde Ihr Konto gesperrt oder Ihr Computer sei mit einem Virus infiziert. Ziel ist es, Sie zur Eingabe Ihrer Zugangsdaten oder zum Download einer Schadsoftware zu bewegen.
Amazon-, PayPal- oder Netflix-Konto gesperrt
Kriminelle behaupten, es habe ungewöhnliche Aktivitäten gegeben. Über einen Link sollen Sie Ihre Zahlungsdaten oder Ihr Passwort bestätigen.
Besonders häufig sehe ich derzeit gefälschte Nachrichten von DHL, PayPal, Amazon, Banken und Microsoft. Die Qualität dieser Betrugsversuche ist inzwischen so gut, dass selbst erfahrene Computernutzer manchmal unsicher werden.
Was passiert, wenn Sie auf einen Phishing-Link klicken?
Ein Klick allein führt nicht zwangsläufig zu einem Schaden. Gefährlich wird es meist erst dann, wenn Sie persönliche Daten eingeben oder eine Datei herunterladen und öffnen.
Mögliche Folgen sind:
- Diebstahl Ihrer Passwörter.
- Missbrauch Ihres E-Mail-Kontos.
- Unberechtigte Einkäufe oder Überweisungen.
- Übernahme Ihrer Apple-ID oder Ihres Microsoft-Kontos.
- Installation eines Trojaners oder anderer Schadsoftware.
- Identitätsdiebstahl.
Häufig werden gestohlene Zugangsdaten anschließend im Internet verkauft oder für weitere Betrugsversuche genutzt.
Wenn Sie Ihre Zugangsdaten auf einer gefälschten Internetseite eingegeben haben, sollten Sie das betreffende Passwort sofort ändern – am besten von einem anderen, sauberen Gerät aus.
Wie können Sie sich vor Phishing schützen?
Mit einigen einfachen Verhaltensregeln lassen sich viele Phishing-Angriffe bereits im Vorfeld erkennen.
- Öffnen Sie keine Links aus unerwarteten Nachrichten.
- Prüfen Sie Internetadressen sorgfältig.
- Geben Sie Passwörter nur auf offiziellen Webseiten ein.
- Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung.
- Installieren Sie regelmäßig Updates.
- Verwenden Sie einen aktuellen Virenschutz.
- Kontrollieren Sie den Absender genau.
- Seien Sie bei Zeitdruck oder Drohungen besonders vorsichtig.
Im Zweifel gilt immer: Öffnen Sie die Internetseite des Unternehmens selbst, statt den Link aus der E-Mail anzuklicken. So vermeiden Sie viele Phishing-Fallen bereits im Vorfeld.
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Was tun, wenn Sie auf eine Phishing-Nachricht hereingefallen sind?
Niemand ist vor Phishing gefeit. Selbst erfahrene Computernutzer lassen sich manchmal von professionell gestalteten E-Mails oder Internetseiten täuschen. Entscheidend ist deshalb, nach einem Fehler schnell zu handeln.
Je früher Sie reagieren, desto geringer ist häufig der mögliche Schaden.
- Ändern Sie sofort das betroffene Passwort.
- Verwenden Sie dabei ein anderes, sauberes Gerät.
- Ändern Sie dasselbe Passwort auch bei anderen Konten, falls Sie es mehrfach genutzt haben.
- Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung.
- Prüfen Sie Ihr Gerät mit einer aktuellen Sicherheitssoftware.
- Kontrollieren Sie Ihre Bankkonten und Kreditkartenumsätze.
- Informieren Sie Ihre Bank oder den betroffenen Anbieter, wenn Zahlungsdaten betroffen sind.
Haben Sie Ihre Online-Banking-Daten eingegeben oder eine TAN bestätigt, sollten Sie Ihre Bank sofort telefonisch informieren. Warten Sie nicht bis zum nächsten Tag.
Kann ein Virenschutz Phishing verhindern?
Ein aktueller Virenschutz erkennt viele bekannte Phishing-Webseiten und blockiert schädliche Downloads. Einen vollständigen Schutz kann jedoch keine Sicherheitssoftware bieten.
Der wichtigste Schutz bleibt deshalb Ihr eigenes Verhalten. Wer Internetadressen prüft, Nachrichten kritisch hinterfragt und keine unbekannten Anhänge öffnet, verhindert die meisten Phishing-Angriffe bereits im Vorfeld.
| Hilft gegen Phishing? | Bewertung |
|---|---|
| Aktueller Virenschutz | Ja, aber nicht vollständig. |
| Regelmäßige Windows-Updates | Ja. |
| Zwei-Faktor-Authentifizierung | Sehr empfehlenswert. |
| Gesunder Menschenverstand | Der wichtigste Schutz. |
Fazit
Phishing gehört heute zu den häufigsten Betrugsmaschen im Internet. Die Nachrichten sehen oft täuschend echt aus und setzen ihre Opfer gezielt unter Zeitdruck. Ziel ist fast immer der Diebstahl persönlicher Daten oder die Installation von Schadsoftware.
Mit etwas Aufmerksamkeit lassen sich viele Angriffe jedoch erkennen. Prüfen Sie Absender, Internetadressen und Links sorgfältig und geben Sie Passwörter ausschließlich auf offiziellen Webseiten ein.
Sollten Sie dennoch Opfer eines Phishing-Angriffs geworden sein, handeln Sie möglichst schnell. Geänderte Passwörter und eine zeitnahe Überprüfung des Computers können größere Schäden häufig verhindern.
Unsicher, ob Ihr Computer betroffen ist?
Ich unterstütze Privatkunden im Ruhrgebiet bei der Überprüfung von Computern nach Phishing-Angriffen, entferne Schadsoftware und helfe dabei, Konten wieder abzusichern. Gemeinsam prüfen wir, ob Ihr Computer oder Ihre persönlichen Daten gefährdet sind.
Die Unterstützung erfolgt persönlich vor Ort oder – sofern möglich – per sicherer Fernwartung.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet Phishing?
Phishing ist eine Betrugsmasche, bei der Kriminelle versuchen, Passwörter, Bankdaten oder andere persönliche Informationen über gefälschte E-Mails, SMS oder Internetseiten zu stehlen.
Woran erkenne ich eine Phishing-E-Mail?
Typische Hinweise sind Zeitdruck, Drohungen, ungewöhnliche Internetadressen, allgemeine Anreden oder die Aufforderung, persönliche Daten einzugeben.
Ist ein Klick auf einen Phishing-Link bereits gefährlich?
Nicht immer. Kritisch wird es meist dann, wenn Sie persönliche Daten eingeben oder eine Datei herunterladen und öffnen.
Kann der Microsoft Defender vor Phishing schützen?
Ja. Der Microsoft Defender erkennt viele schädliche Internetseiten und Downloads. Einen vollständigen Schutz bietet jedoch auch er nicht.
Was sollte ich tun, wenn ich meine Zugangsdaten eingegeben habe?
Ändern Sie das betroffene Passwort sofort, aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung und prüfen Sie Ihren Computer auf Schadsoftware. Bei Bankdaten sollten Sie zusätzlich Ihre Bank informieren.